(Wert-) Werden - ein Ausstellungsexperiment des „rauschhauses“
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KONZEPT
Arbeitsphase: Ausstellung:
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Künstler-Sein bedeutet nicht nur stetiges Untersuchen persönlicher Erfahrungswerte, Arbeit, Leistung, Effizienz sind Begriffe, die in unserer Lebenswelt eine hohe Frequenz In Zeiten von Finanzknappheit und Sparzwang wird dort genommen, wo Wertigkeit nicht Das „rauschhaus“ lädt Kunstschaffende aller Bereiche zu einem Experiment ein: Unter der Was ist der Wert der Kunst? / Liegt ihr Wert im Kunstobjekt, in der ästhetischen Praxis, im Da das Ausstellungexperiment (Wert-) Werden nicht nur auf finanzielle Förderung verzichten
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DAS MANIFEST zum |
Wie der Zwerg auf den Schultern des Riesen glauben wir mehr wahrzunehmen als unser Träger; doch es heißt wir sähen nur andere Zwerge auf den Schultern anderer Riesen und die Gefahr erscheint groß, dass uns das Bündel an Konventionen und Referenzen auf unserem Rücken uns aus erhabener Position stürzen lässt. Wir bewegen uns in einer Welt, in der alles schon dagewesen zu sein scheint. Uns wurde gelehrt, wir bewegten uns in einem Feld von Bezügen und Verquickungen zu vergangenen Ausdrücken und Sprachen, die alles Neuentstehende zu unterminieren drohen. Wann immer wir um neuen Ausdruck ringen, bleiben wir in altem Vokabular hängen; alles was wir gestalterisch in die Hände nehmen bleibt nur ein Teil der uns umgebenden Vielgestalt, das schon tausende vor uns in Händen gehabt haben. Wenn wir neues Schaffen wollen, einen neuen Ausdruck erproben wollen müssen wir uns von den Partialitäten und Partikularitäten lösen – unsere Wahrnehmung der Welt überschreiten, Differenziertheit zu Gunsten von Komplexität aufgeben. Das Entstehen von neuen Ausdrucksformen ist nur im Zulassen des Wirren, Chaotischen und Ungeformten möglich – im Nicht-Beherrschen des sich entwickelnden neuen Vokabulars. Wir müssen uns in den Rausch des Lebens werfen zum Ziele eines neuen Zusammensetzens von Wirklichkeit. Der Rausch ist der Modus, der die uns beherrschenden Sinnzusammenhänge überschreitet und in eine andere Ordnung überträgt; ein Wahrnehmungszustand, der nur auf Wahrnehmung ausgerichtet ist – ein ästhetisches Prinzip des Zurückführens auf unmittelbares, sensitives Erleben. Künstlich herbeigeführter Rausch ist nur eine Kategorie dieser Erfahrungswelt. Rauschhaftes Wahrnehmen ist viel mehr! Es lehrt Fülle und Vielgestalt zu erleben, zwingt uns durch Bewußtwerden von Simultanität in die unmittelbare Unmittelbarkeit momenthaft gesteigerter Gegenwartserfahrung, Komplexität wird darin greifbar ohne sie reduzieren und deduzieren zu müssen. Der Rausch erlaubt uns ein Spiel zu beginnen, das jegliche unser Denken strukturierende Differenzen aufhebt, unser Begehren nach Paradoxien steigert, die Lust am Kontrollverlust anregt, unser Ich entgrenzt, unsere Wirklichkeit entgrenzt, unsere Wahrnehmung entgrenzt, Befreiung von Konvention, Sehnsucht nach Einheit in der Vielheit – Alles ist Eins und Eins ist Alles; Alles ist Nichts und Nichts ist Alles. Rausch ist ist Erfahrung von Transzendenz und Immanenz; im Sich-Stürzen in die Fülle ahnen wir die Existenz des Ur-Einen. Eine Ahnung die Ahnung bleiben will, die Ungestalt bleiben will, denn Rausch ist Interessenlosigkeit, Abkehr von zweck- und zielorientiertem Handeln, eine Apologie der Sprachlosigkeit und Irrationalität. Wenn wir neues erschaffen wollen müssen wir eins werden mit dem Rausch – unser Ausdruck muss Rausch werden, unser Darstellen und Dargestelltes muss Rausch werden, unser Erleben muss Rausch werden. Wir müssen bereit sein uns zu öffnen, gewohntes abzustreifen, das Leben als Rausch anzunehmen; nicht nur das Wort Rausch begreifen, sondern sich in dem Wort begreifen. Es lebe Dionysos! |
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